Die 6 wichtigsten Hubtischtypen

Durchblick bei der Produktvielfalt deutscher Hubtischhersteller
Gerade Straße im verwirrenden Umfeld

Auf den Internetseiten der verschiedenen Hubtischhersteller findet man eine Vielzahl verschiedener Hubtisch-Varianten. In geschätzten 90 Prozent der Anwendungsfälle werden allerdings nur sechs verschiedene Hubtisch-Typen eingesetzt. Diese möchten wir Ihnen in diesem Artikel näher bringen.

In einem vorherigen Artikel stellten wir Ihnen bereits die Grundlagen für nahezu alle Hubtische vor: den Scherenhubtisch und den Säulenheber. In diesem Artikel möchten wir nun auf die häufigsten Konfigurationen dieser Basiskonstruktionen eingehen.

Auf den Internetseiten der verschiedenen Hubtischhersteller werden bis zu zwölf unterschiedliche Arten von Hubtischen beworben. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass für jeden Kundenwunsch der richtige Hubtisch-Typ zur Verfügung steht.
Aus der Sicht des Kunden dürfte dies allerdings kein Mehrwert sein. Aufgrund der fehlenden Erfahrung mit dem Themengebiet, wird die Auswahl der richtigen Basis hierdurch nur erschwert.
Zudem fehlt in der heutigen Arbeitswelt oftmals die Zeit sich intensiv mit allen Themengebieten auseinanderzusetzen.

Hubtisch

Der klassische Hubtisch bedarf eigentlich keiner besonderen Erklärung. In der einfachsten Konfiguration besteht der Hubtisch nur aus dem Unterrahmen, der Schere und der Plattform und ermöglicht ausschließlich das Anheben und Senken einer Last.

Trotz dieser einfachen Konstruktionsweise kann dieser Allrounder für nahezu alle Anwendungsfälle eingesetzt werden. Die verschiedenen Anbieter produzieren Hubtische mit einer Tragfähigkeit von 500 kg bis über 40.000 kg. Bei Sonderkonstruktionen findet man sogar Hubtische mit einer erlaubten Nutzlast von knapp 100 Tonnen.

Eine Funktionssteigerung ist bei einem einfachen hydraulischen Standardhubtisch durch das verschiedene Hubtischzubehör möglich. Nahezu alle Hersteller bieten Drehplattformen, Kippvorrichtungen und Rollenbahnen für den Hubtisch an. Auf Sonderkonstruktionen spezialisierte Hubtischhersteller ermöglichen auch eine individuelle Gestaltung der Lastaufnahmemittel. So kann ein klassischer Hubtisch beispielsweise zu einem Hubarbeitstisch, fahrbaren Hubtisch oder zu einem Verladehubtisch umfunktioniert werden.  

Die robuste und einfache Bauweise prädestiniert den klassischen Hubtisch als Grundlage für die weiteren Hubtischtypen.

Flachhubtisch

Beim Flachhubtisch oder auch Flachformhubtisch handelt es sich um einen der bekanntesten Hubtischtypen. Er wird immer dann eingesetzt, wenn eine besonders niedrige Bauhöhe erforderlich bzw. gewünscht ist.

Üblicherweise wird die Plattform des Flachhubtisches in einer U- bzw. E-Geometrie ausgeführt, so dass eine Beladung der Hebebühne auch ohne Auffahrkeil möglich ist. Weiterhin kann aufgrund der niedrigen Bauhöhe oftmals auf eine Grube verzichtet werden. Dieser Aspekt ist insbesondere dann interessant, wenn eine Hebebühne nachträglich in einem Gebäude installiert wird, da hierdurch die notwendigen Anschaffungskosten erheblich reduziert werden.

Als Hauptanwendungsgebiet für Flachhubtische hat sich in den letzten Jahren der Einsatz als Palettenaufgabestation herauskristallisiert. Durch das Fehlen einer Grube ist auch ein nachträglicher Umbau der Förderlinien möglich, wodurch die Wandlungsfähigkeit des innerbetrieblichen Materialflusses erhöht werden kann. Die Lastübergabe wird bei Palettenaufgabestationen durch Rollenbahnen auf der Plattform ermöglicht.

Hubarbeitsbühnen

Auch die Hubarbeitsbühne dürfte den meisten Branchenfremden ein Begriff sein. Sie wird eingesetzt, wenn Personen angehoben werden sollen.

Anwendungsbeispiele sind unter anderem Reparatur-, Montage- und Inspektionsarbeiten in größeren Höhen. Im Gegensatz zu klassischen Arbeitsplattformen können Hubarbeitsbühnen durch eine Steuerung auf der Plattform bewegt werden. Hierdurch werden Arbeiten in größeren Höhen erheblich beschleunigt, da das ständige Auf- und Absteigen entfällt. Weiterhin darf auf der Arbeitsplattform zumeist Werkzeug und Material mitgeführt werden.

Autoheber und -lifte

Alle Hubtische, welche zum Anheben von Autos gebaut werden, sind den Autohebern zuzuordnen. Unter diese Kategorie fallen somit allerdings eine ganze Reihe von Hubtischtypen, welche bis auf die Last nicht viel gemein haben.

Die wohl bekannteste Bauart der Heber findet man in den Autowerkstätten. Dabei werden als Basis oftmals Säulenheber verwendet, seltener Scherenhubtische. Diese Bauart dient ausschließlich der Erleichterung von Inspektions-, Montage- und Reparaturarbeiten an Kraftfahrzeugen.
In einigen Autohäusern findet man aber auch noch Autoheber, welche verwendet werden, um Kraftfahrzeuge ins rechte Licht zu rücken.
Auf Autolifte greift man wiederum zurück, wenn Fahrzeuge über mehrere Ebenen bewegt werden sollen.

Einige Hersteller bieten zudem eine sehr interessante Konfiguration des Autohebers an. In diesen Fällen wird der Autoheber als versenkbare Garage eingesetzt. Hierdurch ist es beispielsweise möglich, das Fahrzeug unter der Erde zu parken und ein weiteres Kraftfahrzeug darüber zu platzieren. Auf diese Weise schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: das vorhandene Platzangebot wird optimal ausgenutzt und der Diebstahlschutz erhöht.

Säulenheber

Bei einem Säulenheber wird die Hubbewegung mit Hilfe eines Hubmastes realisiert. Dies hat gegenüber den Scherenhubtischen den großen Vorteil, dass die Plattformabmessungen und der Nutzhub unabhängig voneinander verändert werden können.
Zudem kann die Plattformgeometrie nahezu frei gestaltet werden. Denkbar wäre beispielsweise eine U- oder E-Plattform wie beim Flachhubtisch, so dass eine Beladung mit Handhubwagen auch ohne Grube oder Auffahrkeil möglich ist.

Güteraufzug

Der Güteraufzug wird immer dann verwendet, wenn Lasten über mehrere Ebenen transportiert werden sollen. Oftmals dient der Standard-Säulenheber als Grundlage für die Hubkonstruktion, da sich hierdurch auf einfache Weise große Nutzhübe realisieren lassen.
Die Aufzugsverordnung schreibt allerdings eine Reihe zusätzlicher Sicherheitsmerkmale gegenüber dem normalen Säulenhebern vor. Hierzu zählen beispielsweise Umwehrungen und eine gehobene Sicherheitsausstattung.
Zusätzlich zu den klassischen Güteraufzügen liefern wir auf Unterfluraufzüge. Diese werden immer dann eingesetzt, wenn Lasten unterirdisch versenkt werden sollen.