Glossar: B

  • Baugruppe

    Baugruppe

    Ein Zusammenschluss von mehreren Teilen kann als Baugruppe bezeichnet werden. Üblicherweise wird dieser Begriff verwendet, wenn die einzelnen Teile/Unterbaugruppen nicht-trennbar miteinander verbunden sind oder ein funktioneller Zusammenhang besteht.

    Verdeutlichen lässt sich dies leicht anhand der verschiedenen Baugruppen von einem Scherenhubtisch:

    Untrennbare BaugruppenFunktionelle Baugruppen
    Unterrahmen Steuerung
    Schere Hydrauliksystem
    Plattform  
       
  • Baugruppenzeichnung

    Baugruppenzeichnung

    Auf einer Baugruppenzeichnung werden die Einzelteile bzw. Unterbaugruppen im montierten Zustand dargestellt.

    Im Gegensatz zu Einzelteilzeichnungen findet man auf der Zeichnung Positionsnummern und Stücklisten. Gegebenenfalls enthält die Baugruppenzeichnung auch Informationen über Bearbeitungsschritte, welche erst nach dem Zusammenfügen der Einzelteile/Unterbaugruppen durchgeführt werden dürfen.

    Weiterhin enthält die Baugruppenzeichnung keine Abmessungen eines einzelnen Bauteils, sondern konzentriert sich auf die einzuhaltenden Anschlussmaße und Hauptabmessungen.

  • Bauhöhe

    Bauhöhe

    Die eingefahrene Höhe bei einem Hubtisch wird als Bauhöhe bezeichnet.
    Etwaige Aufbauten bzw. Unterbauten werden bei der Berechnung der Bauhöhe berücksichtigt.

  • Bauseitig

    Bauseitig

    Mit dem Begriff bauseitig bzw. kundenseitig sind Leistungen gemeint, welche vom Kunden zu erfüllen sind. Zumeist sind hiermit Aufgaben bzw. Vorleistungen gekennzeichnet, welche durch den Kunden oder ein anderes Unternehmen kostengünstiger hergestellt werden können.
    Ein gutes Beispiel hierfür ist die Kran- oder Staplerbeistellung während der Montage. Oftmals befindet sich auf der Baustelle bereits ein Kran, welcher für den Zeitraum der Montage genutzt werden kann. Ohne diese Beistellung müsste ein extra Kran oder Stapler gemietet werden. Dies wäre für den Kunden mit zusätzlichen Kosten verbunden.
    Ein weiteres gutes Beispiel für bauseits zu erfüllende Leistungen ist die Erstellung einer Hubtischgrube. Da Beton einige Wochen benötigt, um komplett auszuhärten, muss die Grube lang vor der Anlieferung des Hubtisches hergestellt werden. Somit würden zusätzliche Kosten für die Anreise entstehen, welche eingespart werden können, wenn ein Bauunternehmer im näheren Umkreis beauftragt wird.

  • Baustahl

    Baustahl

    Gemäß den europäischen Normen werden alle Stähle aus Baustahl bezeichnet, welche nicht unmittelbar als Werkzeugstahl eingesetzt werden. Sie weisen einen geringen Legierungs- und Kohlenstoffanteil auf (der Kohlenstoffgehalt liegt bei etwa 0-0,6%).

    Baustähle gelten im Allgemeinen als gut schweißbar, preiswert und können spannungsarm geglüht werden. Aufgrund ihres guten Preis-Leistungsverhältnisses liegt ihr Hauptanwendungsgebiet im allgemeinen Stahl- und Maschinenbau. Die erreichbare Mindestzugfestigkeit liegt in der Regel unter 500 N/mm2.

    Gekennzeichnet werden Baustähle durch den Buchstaben S und ihrer Streckgrenze in N/mm2.

    Gängige Baustähle sind S 185, S 235 JR, S 235 JRG1, S 235 JRG2, S 275 JR und S 355 JR.

  • Bauteil

    Bauteil

    Als Bauteil wird eine einzelne Komponente einer Baugruppe bzw. einer kompletten technischen Anlage bezeichnet. Oftmals werden als Bauteil die Einzelteile bezeichnet, bei denen keine weitere Unterteilung sinnvoll.
    Aus Sicht eines Hubtischherstellers, besteht ein Hubtisch somit beispielsweise aus folgenden Bauteilen:
    - Plattform
    - Schere
    - Unterrahmen
    - Zylinder
    - Hydraulikaggregat
    - Steuerung
    - …

    Im obigen Beispiel wird das Hydraulikaggregat als Einzelteil bezeichnet, da eine weitere Unterteilung aus Sicht des Hubtischherstellers nicht sinnvoll ist. Aus Sicht eines Aggregatherstellers stellt sich der Sachverhalt anders da, so dass die Hydraulikeinheit feiner unterteilt werden würde:
    - Elektromotor
    - Zahnradpumpe
    - Ventilblock
    - Druckbegrenzungsventil
    - Drosselventil
    - …

  • Bauteilversagen

    Bauteilversagen

    Ein Bauteilversagen liegt vor, wenn das entsprechende Bauteil die vorgesehene Funktion nicht mehr erfüllt bzw. erfüllen kann.

    Ein Versagen tritt immer dann auf, wenn die Eigenschaften des Bauteils nicht mit dem Anforderungsprofil der jeweiligen Anwendung übereinstimmen. Ursächlich für ein Bauteilversagen können somit eine fehlerhafte Auslegung, eine falsche Verwendung oder unerkannte Defekte eines Bauteils sein. Dementsprechend muss bei der Auslegung, Verwendung und Prüfung der Bauteile auf die physikalischen, mechanischen, elektrischen, thermischen und chemischen Eigenschaften Rücksicht genommen werden.

    Bei mechanischen Komponenten, z.B. der Schere eines Hubtischs, äußert sich ein Bauteilversagen durch einen Bruch bzw. durch einen Ermüdungsbruch. Anhand des vorliegenden Schadenbildes und der Berechnung der theoretischen Spannungshöhen innerhalb des Bauteils kann die Schadensursache zumeist leicht ermittelt werden. Bei der Konstruktion einer Hebebühne muss auf eine ausreichende Lebensdauer berücksichtigt werden.

    Bei elektrischen Komponenten, z. B. bei den Motorschützen eines Hubtischs, äußert sich ein Bauteilversagen beispielsweise durch ein Verschweißen der elektrischen Kontakte oder einem Bruch der Kontaktfeder.

  • Bedienstelle

    Bedienstelle

    Die Bedienstelle bezeichnet den Ort, an dem die Haupt- bzw. Nebenbedienung des Hubtisches oder Güteraufzugs montiert ist.

    Bei nicht eingehausten Hebebühnen besteht oftmals die Anforderung, dass die Bewegung des Hubtisches von der Bedienstelle aus einsehbar ist. Hierdurch wird das Gefährdungspotential während der Hubbewegung massiv reduziert. Existieren mehrere Bedienstellen müssen diese häufig gegeneinander verriegelt werden.

  • Beizen

    Beizen

    Bei der Beschichtung von Oberflächen mit einem Zinküberzug ist eine gründliche Vorbehandlung des Bauteils notwendig. Unerwünschte Fremdkörper auf dem Bauteil würden eine gute Verbindung zwischen der Oberfläche und dem Zinküberzug verhindern. Vor dem eigentlichen Feuerverzinken der Bauteile wird die Oberfläche daher gebeizt. Das Bauteil wird hierbei mit Hilfe einer aggressiven Chemikalie (z.B. einer Säure) behandelt, um eine oxidfreie Oberfläche zu erhalten.

  • Berstdruck

    Berstdruck

    Der Druck, bei dem eine Leitung bzw. ein Druckbehälter aufplatzt, wird als Berstdruck bezeichnet. Im Regelfall beträgt der Berstdruck ein Vielfaches vom Nenndruck des Systems. Dies garantiert eine ausreichende Sicherheit gegen Bauteilversagen.
    Im Bereich der Scherenhubtische und Säulenheber ist der Berstdruck im Zusammenhang mit der Auswahl der Hydraulikleitungen und gegebenfalls bei Druckspeichern von Interesse.

  • Beton

    Beton

    Beton ist eine Mischung aus Zement, Gesteinskörnungen und Wasser. Zudem wird zur Erhöhung der Festigkeit oftmals Betonstahl integriert.

    Im Hubtischbau bestehen viele Berührungspunkte zu Bauwerken aus Beton. Als Beispiele können hier Gruben oder Schächte genannt werden.
    Bei der praktischen Arbeit mit dem Beton ist insbesondere die Aushärtungszeit zu beachten. Man kann davon ausgehen, dass erst nach einem knappen Monat eine ausreichende Festigkeit des Betons erreicht wird.

  • Betriebsdruck

    Betriebsdruck

    Im Normalbetrieb gibt der Betriebsdruck die aktuelle Druckhöhe an.
    Bei Scherenhubtischen schwankt die Druckhöhe in Abhängigkeit von der Scherenstellung und der damit verbundenen Hebelarmverhältnisse. Bei einer üblichen Konstruktion ist der Betriebsdruck in der untersten Hubtischstellung am höchsten und sinkt langsam während des Hubvorgangs ab. Um eine Aussage über die Richtigkeit des aktuellen Betriebsdrucks treffen zu können, muss daher immer die aktuelle Position der Hubschere mit betrachtet werden.
    Als Nenndruck wird im Regelfall der Maximaldruck, d. h. der Druck beim Anheben aus der untersten Position angegeben.

  • Biegeradius

    Biegeradius

    Der Radius an der Innenseite eines Biegeteils wird als Biegeradius bezeichnet.

    In Abhängigkeit vom Werkstoff und der Dicke des zu biegenden Teils darf ein bestimmter Mindestbiegeradius nicht unterschritten werden. Durch den Biegevorgang wird das Material auf der Innenseite gestaucht, während das Material auf der Außenseite gestreckt wird. Eine Unterschreitung des Mindestbiegeradius könnte zur Rissbildung und/oder zu einer unzulässig hohen Querschnittsänderung des Bauteils führen.
    Üblicherweise beträgt der Mindestbiegeradius bei Stahl das ein- bis dreifache der Blechdicke. Dementsprechend muss bei einer Blechdicke von fünf Millimetern ein Biegeradius von fünf bis fünfzehn Millimeter gewählt werden.

  • Bio-Öl

    Bio-Öl

    Bei hydraulischen Hubtischen können vier verschiedene Druckmedien verwendet werden:
    - Hydrauliköl auf Mineralölbasis
    - Lebensmittel-Hydrauliköl
    - Bio-Öl (biologisch abbaubares Öl)
    - und Klarwasser.

    Im Gegensatz zu den klassischen Mineralölen werden Bio-Öle aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Dies hat den Vorteil, dass sie biologisch abbaubar sind und ein eventuelles Leck nicht zu größeren Umweltschäden führt. Aufgrund dieser Eigenschaft wird Bio-Öl vornehmlich in der Mobilhydraulik eingesetzt, d. h. dort wo hydraulische Maschinen direkten Kontakt zur Umwelt haben.