Hubtische mit Schubketten: Pro & Contra

Direkte Krafteinleitung durch Schubketten
Kette

Mit dem dritten Artikel unserer Reihe Hubtischarten und ihre Vor- und Nachteile wollen wir uns mit dem Schubkettenantrieb bei einem Hubtisch beschäftigen.

Funktionsweise

Die Hub- und Senkbewegung wird bei einem gewöhnlichen Scherenhubtisch durch das Zusammen- und Auseinanderfahren der Scherenkonstruktion erreicht. Bei einem Hubtisch mit Schubkette dient die Schere nur noch der Führung. Die eigentliche Hub- und Senkbewegung wird direkt durch die montierte Schubkette realisiert, indem die Kette durch den eigentlichen Antrieb in Richtung der Plattform umgelenkt wird. Während der Umlenkung wird die Kette "eingefädelt", so dass die einzelnen Kettenglieder mittels Formschluss verbunden sind. Dies versetzt sie in die Lage Druckkräfte zu übertragen und die Plattform anzuheben.

Vorteile von Hubtischen mit Schubkette

Entlastung der Schere

Wie eingangs erläutert, wird die Schere durch die Schubkette entlastet. Die zum Anheben der Last benötigte Kraft wird nicht über die Schere, sondern direkt über die Schubkette auf die Plattform übertragen.
Die Schere übernimmt bei dieser Konstruktionsweise ausschließlich die Führung der Plattform. Somit kann sie in einer leichtern, abgespeckten Bauweise umgesetzt werden. Dies reduziert das anzuhebende Gewicht, was sich wiederum positiv auf die zu installierende Antriebsleitung und den Energieverbrauch auswirkt.

Kein Hydrauliköl

Bei hydraulischen Scherenhebebühnen werden zur Kraftübertragung üblicherweise Mineralöle eingesetzt. Dies hat den Nachteil, dass die Gefahr einer Leckage besteht und insbesondere im Lebensmittelbereich spezielles Öl verwendet werden muss. Bei Hubtischen mit Schubkettenantrieb erfolgt die Kraftübertragung rein mechanisch. Mineralöle werden nur noch als Schmierstoffe im mechanischen Antriebsstrang des Hubtisches verwendet.

Hohe Positionier-/Haltegenauigkeit

Bei Riemenhubtischen können geringe Positionsabweichungen durch die Dehnung der Flachriemen auftreten. Bei hydraulischen Hubtischen sinkt die Plattform bei mehrtägigen Standzeiten durch unvermeidbare Undichtigkeiten der verbauten Ventile langsam ab. Aufgrund der rein mechanischen Kraftübertragung verfügen Hubtische mit Schubketten nicht über diese Problematik, so dass eine Position auch über einen sehr langen Zeitraum sicher gehalten werden kann.

Nachteile von Hubtischen mit Schubkette

Punktuelle Lasteinleitung

Bei den klassischen Hubtischkonstruktionen erfolgt die Lasteinleitung über die vier Kontaktpunkte der Schere mit der Plattform. Die Schubkette überträgt die Kraft nur über einen einzelnen Punkt. Dies muss bei der Konstruktion durch eine entsprechend steife Plattform berücksichtigt werden. Die Folge ist eine sehr schwere Plattform, welche die Antriebsleistung und die Anschaffungskosten erhöht.

Alternativ besteht die Möglichkeit, eine einzelne Schubkette durch eine größere Anzahl an Schubketten zu ersetzen. Hierdurch wird eine gleichmäßigere Krafteinleitung erreicht, welche insbesondere bei großen Plattformabmessungen sehr erstrebenswert ist. Allerdings erhöhen sich auch die Investitionskosten und es muss ein höherer Aufwand betrieben werden, um sicherzustellen, dass alle Schubketten synchron laufen. Eine Abweichung zwischen den einzelnen Ketten würde zu einer ungewollten Schiefstellung führen.

Hohe Bauhöhe

Zwar besteht die Möglichkeit, die Schubkette im spannungslosen Zustand "aufzurollen", doch verfügt die Umlenkungeinrichtung über eine gewisse Bauhöhe. Demzufolge kann ein Schubkettenantrieb nur dann eingesetzt werden, wenn die Bauhöhe des Hubtischs nicht auf ein Minimum begrenzt werden muss.

"Aushebelung" der Hubschere

Die Scherenkonstruktion eines Hubtisches wird stabil, indem sie belastet wird. Beim Schubkettenantrieb wird dieses Funktionsprinzip aufgehoben. Hierdurch wirkt sich das Spiel der einzelnen Komponenten stärker aus, die Schere wird wackliger.
Ist eine enge Führung notwendig, muss daher auf entsprechend geringe Fertigungstoleranzen geachtet werden. Besonders auffällig ist diese Problematik beim Loslager der Führungsschere. Eine zu hohe Fertigungstoleranz in diesem Bereich führt zu einem Verlust der Führungsfunktion.