Wie funktioniert ein hydraulischer Hubtisch?

Zwei hydraulische Standardhubtische
Zwei hydraulische Standardhubtische

Hier erklären wir, wie ein hydraulischer Hubtisch funktioniert: von der Hubbewegung über das Halten der Last bis hin zur Senkbewegung.

Auch wenn wir die Funktionsweise an einem hydraulischen Scherenhubtisch zeigen, gilt das Prinzip für alle Hubtische. Die verschiedenen Bauarten unterscheiden sich nur durch die eingesetzte Antriebseinheit.

Pfad während der Hubbewegung
Pfad während der Hubbewegung

Die Hubbewegung

Um die Schilderungen verständlicher zu machen, finden Sie neben meinen Ausführungen auch einen Ausschnitt aus einem Hydraulikplan eines einfachen Hubtisches. In diesem habe ich den Weg markiert, den das Hydrauliköl während der verschiedene Phasen nimmt.

Die Hubbewegung startet durch das Einschalten eines Elektromotors: Der Elektromotor treibt eine kleine Zahnradpumpe an, die das Öl aus dem Tank in den Hydraulikkreislauf des Hubtisches befördert.
Über die Hydraulikschläuche ist die Zahnradpumpe mit den Zylindern des Hubtisches verbunden. Somit fließt das Öl direkt von der Hydraulikpumpe zu den Hydraulikzylindern. Das einströmende Öl sorgt nun dafür, dass die Kolbenstange aus dem Zylinderrohr ausfährt (aktive Bauteile = rot).

Da ein Ende des Zylinders mit der Innenschere und das andere Ende mit der Außenschere verbunden ist, fährt mit den Zylindern auch die Schere auseinander und hebt die Plattform und somit auch die anzuhebende Last an.

Hydrauliksystem im Stillstand
Hydrauliksystem im Stillstand

Der Stillstand

Ist die gewünschte Hubposition erreicht sorgen Rückschlagventile dafür, dass das Hydrauliköl in den Zylindern bleibt. Da das Öl nicht aus den Zylindern zurück in den Tank fließen kann, bleibt der Hubtisch in der momentanen Position stehen.

Das Haupt-Rückschlagventil habe ich im Hydraulikplan rot gekennzeichnet. Wie man am Hydraulikplan erkennen kann, befinden sich auch im Pfad des Senkventils ein Rückschlagventil (grün), so dass das Öl in den Zylindern verharren muss.

Pfad während der Senkbewegung
Pfad während der Senkbewegung

Die Senkbewegung

Für die Senkbewegung wird der Antrieb bei hydraulischen Scherenhebebühnen in der Regel nicht benötigt. Statt dessen reicht das Eigengewicht der Plattform aus, um die Zylinder wieder zusammenfahren zu lassen.

Hierzu wird das Senkventil geöffnet (vgl. nebenstehende Grafik). Somit ist der Weg für das Hydrauliköl wieder frei und das Öl kann von den Zylindern zurück in den Tank fließen. Durch das Herausfließen des Öls können die Zylinder wieder einfahren und die Plattform senkt sich mit der Last ab.
Damit die Senkgeschwindigkeit des Hubtisches nicht zu groß wird, ist in die Hydraulikleitung ein Senkbremsventil eingebaut. Dieses begrenzt die maximale Durchflussmenge und somit wird die gewünschte Senkgeschwindigkeit nicht überschritten.